» Unternehmensgründung unter 18 Jahren
» Gewerbeanmeldung
» Steuern
» Das Geschäftskonto
» Kontoeröffnung
» Buchhaltungspflicht
» Scheinselbstständigkeit
» Lohnnebenkosten
» Minijobs
» Mindestlohn

Unternehmensgründung unter 18 Jahren: Möglich?

Ab dem siebten Lebensjahr bist Du beschränkt geschäftsfähig. Das heißt mit Zustimmung der Eltern kannst Du ein Unternehmen gründen. Dann brauchst Du zwar für alle Rechtsgeschäfte (z.B. Einkäufe tätigen, Rechnungen schreiben, etc.) eine Unterschrift, aber das kannst Du ebenfalls umgehen.
Nach §112 BGB kann ein Minderjähriger ein Gewerbe betreiben, wenn er die Ermächtigung des gesetzlichen Vertreters (beider Eltern) und die Genehmigung des Vormundschaftsgerichts hat.
Das bedeutet Du musst dem Vormundschaftsgericht oder zumindest dem Antragsbearbeiter beim Vormundschaftsgericht beweisen, dass Du weist auf was Du Dich einlässt. Das erfolgt über ein Gespräch vor Ort. Es werden Fragen kommen die Deine Geschäftsidee und Dein Unternehmensalltag betreffen, wie Deine Familie hinter deiner Idee steht und wie Du Deine Buchhaltung und Steuern handhabst. Also BEREITE DICH VOR und gib Dich reif und erwachsen.
Wenn der Beamte Dich für fähig hält, wird er mit Dir einen Antrag stellen.
Den Antrag auf „Vormundschaftsgerichtliche Genehmigung zum selbständigen Betrieb eines Erwerbsgeschäfts nach §112 BGB

Nach einigen Wochen wirst Du eine Bestätigung über die „vollständige Geschäftsfähigkeit“ per Post erhalten, mit der Du dann zum Gewerbeamt gehen kannst um Dein Gewerbe anzumelden.

Mit dieser vollständigen Geschäftsfähigkeit, kannst Du:

  • Verträge und Rechnungen schreiben (ohne Unterschrift der Eltern)
  • Geschäftskonten führen (ohne Unterschrift der Eltern)
  • Alle anderen unternehmerischen Tätigkeiten ausführen

Mit dieser vollständigen Geschäftsfähigkeit wirken sich Deine Entscheidungen rechtlich in vollem Maße aus. Das bedeutet Du kannst geschäftlich alles machen, musst aber auch dafür die Konsequenzen tragen.

Mehr Infos dazu findest Du auf der Seite der IHK

Ein ganz tolles Video mit ausführlicher Beschreibung findest Du auch auf: unter18unternehmer.de.

 


 

 

 Gewerbeanmeldung

Ob Du ein Gewerbe anmelden musst oder Selbstständiger wirst, hängt von Deiner Tätigkeit ab.

Typische Gewerbebetriebe:

Industrielle Fertigung,
Handwerk und handwerksnahe Berufe mit Ausnahme künstlerischer Tätigkeiten,
Groß- und Einzelhandel (im weitesten Sinne der Verkauf von Produkten),
Gastronomie und Hotellerie
„Einfache“ Dienstleistungen (zum Beispiel haushaltsnahe Dienstleistungen wie Reinigung oder Reparaturen)
Vertreter, Vermittler und Agenturen sowie
Geld- und Vermögensberater.

Kapitalgesellschaften (UGs, GmbHs und Aktiengesellschaften) gelten durch ihre Rechtsform automatisch als Gewerbe.

Typische Freiberufler:

Freie Berufe sind meist Arbeiten, die man durch einen höheren Bildungsgrad ausführen kann. Hierzu zählen:

Heilberufe: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Hebammen, Heilmasseure, Diplompsychologen,
Rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe: Rechtsanwälte, Patentanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer (und Buchrevisoren),
Naturwissenschaftliche / technische Berufe: Vermessungsingenieure, Ingenieure, Handelschemiker, Architekten, Lotsen, hauptberufliche Sachverständige.
Informationsvermittelnde Berufe / Kulturberufe: Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer (und ähnliche Berufe), Wissenschaftler sowie
Künstler, Schriftsteller, Lehrer und Erzieher.
Und andere ähnliche Berufe

In § 18 des Einkommensteuergesetzes steht weiter verzeichnet, was es für Freie Berufe es gibt.

Als selbständiger Freiberufler zahlst Du keine Gewerbesteuer.

 


 

 

 Steuern

Als Unternehmer musst Du an den Staat Steuern abführen:

Umsatzsteuer

Der deutsche Staat verdient 19% an allen Waren und Leistungen, die in Deutschland gehandelt werden. Diese Steuer ist die Umsatz- oder auch Mehrwertsteuer. Wenn Du Waren und Leistungen kaufst wird auf den Preis die Mehwertsteuer aufgeschlagen. Der Unternehmer, der Waren und Leistungen verkauft, führt die Umsatzsteuer an das örtliche Finanzamt ab. Wenn Du also Rechnungen schreiben willst, musst Du auch die Umsatzsteuer ausweisen, es sei denn Du bist Kleinunternehmer.

Du musst keine Umsatzsteuer ausweisen oder vorschießen wenn Du im 1.Jahr nicht mehr als 17.500€ Umsatz und im 2. Jahr 50.000€ Umsatz gemacht hast. Mit Umsatz sind die Gesamteinnahmen Deines Betriebs gemeint, nicht der Gewinn. Die Umsatzsteuerregelung kannst Du im §19 UstG nachlesen. Hierfür kannst Du auch die Kleinunternehmerregelung beantragen.

Gewerbesteuer
Wenn Du ein Gewerbe führst, musst Du auch Gewerbesteuern auf den Gewerbeertrag, sprich den Gewinn, zahlen. Aber Du hast einen Steuer-Freibetrag von 24.500€, und der lässt sich schwer realisieren wenn Du unter der Umsatzsteuergrenze von 17.500€ bleibst. Wie oben erwähnt zahlst Du keine Gewerbesteuer wenn du selbständiger Freiberufler bist.

Anders als andere Steuern kommt die Gewerbesteuer nicht dem Staat sondern den Gemeinden und Ländern zu in denen Du dein Gewerbe betreibst. Jede Gemeinde hat einen eigenen Satz. Dieser Satz wird Hebesatz genannt. Um Deine Gewerbesteuer zu berechnen machst Du folgendes:

Du nimmst deinen Gewerbeertrag, sprich auf deinen Gewinn, den Du auch für deinen Einkommenssteuer oder Körperschaftssteuer (falls ihr eine GmbH o.ä. gründet). Von dem Gewerbeertrag rechnest Du  den Freibetrag von 24500€ ab. Das Ergebnis wird mit der so genannten Steuermesszahl (von 3,5% = 0,035) multipliziert, um den Steuermessbetrag zu erhalten. Dieser Steuermessbetrag wird mit dem Hebesatz deiner Gemeinde multipliziert, um Deine Gewerbesteuer zu errechnen.

Falls Du eine ausführliche Erklärung brauchst kannst Du dir dazu dieses Video ansehen.

Auf der Website gewerbesteuer-hebesatz.de findest Du auch einen Rechner.

Einkommensteuer
Wie jeder Einwohner Deutschlands musst Du Einkommenssteuer zahlen, sobald Dein Gewinn/Einkommen den Einkommenssteuerfreibetrag von 8.652€ überschreitet. Die Regelungen für Kleinunternehmer sind im Einkommensteuergesetz und in der Abgabenordnung und dem Einkommenssteuergesetz geregelt.

 


 

 

 Das Geschäftskonto

Es gibt keine gesetzliche Regelung, die besagt, dass das Führen eines Geschäftskontos zwingend notwendig ist. Desweiteren gibt es keinen erheblichen Unterschied zwischen einem privaten Girokonto und einem Geschäftskonto, was die Überweisungs- oder Gutschriftgeschwindigkeit und die Funktion angeht. Dennoch ist es empfehlenswert Privates und Geschäftliches zu trennen, um auch später eine Bilanz bzw. Einkommens-Überschuss-Rechnung zu erstellen. Außerdem hast Du dann immer einen schnelleren Überblick, wie es um Deine Unternehmensfinanzen steht.
Manche Banken ermöglichen ihren Kunden sogar das kostenlose Einrichten von Unterkonten.

Also auch wenn es sinnvoll ist ein separates Konto für Deine Unternehmung zu führen, muss es kein expliziertes Geschäftskonto sein.

 


 

 

 Kontoeröffnung

Wenn Du ein Girokonto bei der Bank eröffnen möchtest, benötigst Du die Zustimmung Deiner Eltern (§1629 BGB).

Zur Eröffnung brauchst Du:

  • Vollmacht deines gesetzlichen Vertreter
  • Unterschriebener Kontoeröffnungsantrag
  • Geburtsurkunde und Personalausweis
  • (bei Alleinerziehenden den Sorgerechtsnachweis)

Hinweis: Selbst wenn Du als Minderjähriger dein Konto eröffnet hast, darfst Du nicht gleich alles machen. Zum Beispiel bei Überweisungen die über Dein normales Taschengeld oder eine bestimmte Grenze hinausgehen oder die Aufnahme eines Darlehns (§ 1643 BGB), benötigst Du auch die Zustimmung Deiner Eltern.
Um das zu umgehen ist es besser die Ermächtigung des Vormundschaftsgerichts zu bekommen (siehe oben Unternehmensgründung unter 18).

 


 

 

 Buchhaltungspflicht

Als Unternehmer musst Du entweder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder eine Bilanz erstellen. Zum Erstellen einer Buchhaltung musst Du alle Belege Deiner Ein- und Ausgaben aufheben und abheften.

Laut §241a HGB
Einzelkaufleute, die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht mehr als jeweils 500.000 Euro Umsatzerlöse und jeweils 50.000 Euro Jahresüberschuss aufweisen, brauchen die §§ 238 bis 241 nicht anzuwenden. Im Fall der Neugründung treten die Rechtsfolgen schon ein, wenn die Werte des Satzes 1 am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung nicht überschritten werden.

Bis zu den genannten Grenzen reicht die angesprochene Einnahmen-Überschuss-Rechnung, es sei denn Du hast eine Kapitalgesellschaft gegründet. Für diese ist eine Bilanz zwingend erforderlich.

 


 

 

Scheinselbständigkeit

Ein Scheinselbständiger ist jemand der als Unternehmer auftritt, aber Grundsätzlich als Arbeitnehmer einzuordnen ist. Wenn Florian zum Beispiel keine Angestellten sondern frei Arbeiter hätte, die selbstständig sind. Dann würde Florian nach erledigter Arbeit eine Rechnung von jedem einzelnen erhalten, die er nur bezahlen müsste, ohne Versicherungsbeiträge, Rentenbeiträge und andere Sozialabgaben sprich die gesamten Lohnnebenkosten zu zahlen. Somit spart Florian Geld, aber wenn seine Auftragnehmer nicht wirklich Selbstständig sind, dann kann es sein, dass gewaltige Nachzahlungen auf ihn zukommen, wenn der Zoll Nachforschungen anstellt. Denn wenn eine Scheinselbstständigkeit festgestellt wird, muss der Auftraggeber alle Beiträge der letzten 4 Jahre nachzahlen. Doch das ist noch lange nicht alles. Meistens hat er dann noch ein Strafprozess am Hals wegen Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt und Sozialversicherungen, der ihm evtl. Freiheitsstrafe und einen Eintrag ins Führungszeugnis  einbringt. Du kannst also an so einem Prozess Bankkrott gehen und mit dem Eintrag ins Führungszeugnis darfst Du dann nicht mehr Geschäftsführer einer GmbH werden. Das heißt deine Unternehmerkarriere wird begraben.

Es ist nicht immer leicht festzustellen, ob jemand wirklich selbstständig ist.

Kriterien für Scheinselbstständigkeit:

  • Anzahl der verschiedenen Auftraggeber: Wenn ein Selbstständiger 5/6 oder auch 83% seines Einkommens von einem Auftraggeber erhält, wird davon ausgegangen, dass der als Arbeitnehmer zu behandeln ist. Oft sind hier Referenzen hilfreich, um zu beweisen, dass Du Selbstständig bist.
  • Marktauftritt: Es wird oft danach geschaut ob der Selbständige auch selbst am Markt auftritt und wahrgenommen wird. Hat er ein eigenes Büro, Buchführung, Logo, Website und eigene Mitarbeiter.
  • Abgrenzbarkeit der Leistung: Hier stellt sich dich Frage, ob die verrichtete Arbeit von dem Selbstständigen abzugrenzen ist von der Leistung die die anderen Mitarbeiter machen. Wenn jetzt ein Selbstständiger für Florian auch Einkäufe von essbaren Lebensmitteln tätigt, dann erledigt er ja die gleiche Aufgabe wie die anderen Angestellten. Übernimmt er aber die Flüssigkeiten und Getränkekästen oder Drogerieartikel, lässt sich das sehr gut trennen. Hier spielen auch Haftungen eine wesentliche Rolle. Wer haftet für Mängel an der Ware, wenn die gleiche Ware von 3 Angestellten und einem Selbstständigen ausgeliefert wird?

Wichtig zu merken: Wenn Du nicht klar sagen kannst, ob der Auftragnehmer wirklich selbstständig ist, dann lass die Finger von ihm!

 


 

 

 Lohnenebenkosten

Wir in Deutschland leben in einem Sozialstaat, indem alte und kranke Menschen unterstützt werden. Das ist gut, denn so hast Du, sofern Du Arbeitnehmer bist, Sicherheiten und erhältst auch im Rentenalter Geld. Um diese Menschen zu versorgen, zahlen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer Sozialabgaben. Diese Abgaben sind Pflicht und können nicht durch vertragliche Regelungen verändert werden.

Diese Sozialabgaben treten in Form von Lohnnebenkosten (auch Personalzusatzkosten genannt) auf.

Zu diesen gehören:

  • Rentenversicherung
  • Gesetzliche Krankenversicherung
  • Arbeitslosenversicherung
  • Pflegeversicherung
  • Mutterschaftsgeld
  • Insolvenzgeldumlage
  • Und andere Umlagen

Jede dieser Pflichtversicherungen ist mit einem Prozentsatz datiert.

Für die Rentenversicherung werden von dem Bruttolohn des Arbeitnehmers 9,35% abgezogen und dem Staat zugeführt. Doch auch der Arbeitgeber muss diese 9,35% an den Staat bezahlen.

Ein Beispiel: Florian stellt einen Mitarbeiter an, der Brutto ein Gehalt von 2000€/Monat bekommt. Von diesem Bruttolohn werden ca. 20,625% abgezogen und dem Staat zugeführt. Das Nettoeinkommen des Arbeitnehmers beträgt also 1587,50€. Der Arbeitgeber zahlt noch einmal denselben Betrag und zusätzlich Umlagen für Insolvenz, Mutterschaft, bezahlten Urlaub und andere Umlagen. Also zahlt der Arbeitgeber ca. 21% des Bruttogehalts an den Staat also 420€. Die Personalkosten für den Arbeitgeber betragen also 2420€ und nicht die ausgemachten 2000€.

Wir merken uns also, dass Personalkosten immer größer sind als man sich am Anfang vorstellt. Dazu kommt was Florian im ersten Band geschieht. Die Ausgaben sind höher als erwartet, weil manche Abläufe noch ineffizient sind oder nicht überall das Geld erhalten wird. Wenn aber deine Mitarbeiter dir den Rücken freihalten, kannst Du schneller und besser dein Unternehmen aufbauen und mehr Freiheit gewinnen.

Auch wenn es viel zu verdauen ist. Ein wahrer Unternehmer gibt nicht auf weil etwas schwer ist. Er findet Lösungen.

 


 

 

Minijobs

Geringfügig Beschäftigte (auch Minijobs genannt) wurden eingeführt, um Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der Arbeitgeber sollte weniger zahlen, um mehr Menschen in Arbeitsverhältnisse zu vermitteln. Die Regelung für geringfügig Beschäftigte gilt immer dann, wenn ein Arbeitnehmer weniger als 450€ Brutto pro Monat verdient.  Für geringfügig Beschäftigte gelten besondere Regelungen. Sie müssen bei der Minijobzentrale gemeldet werden. Minijobber dürfen nur ca. 53 Stunden im Monat arbeiten und die Arbeitsstunden müssen dokumentiert werden (Eine Ausnahme hier sind 450€ Kräfte im privaten Bereich). Die Dokumentation kann in irgendeiner Weise schriftlich erfolgen. Es reicht also ein Handgeschriebener Stundenzettel aus, aber das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt sowohl ein Musterblatt als auch eine App zur Zeiterfassung bereit.

Ihr Arbeitnehmeranteil an den Lohnnebenkosten ist gesenkt, da sie keine Sozialabgaben leisten. Dadurch sind Sie Kranken- und Arbeitslosenversicherungsfrei. Unfallversichert sind sie dennoch, falls ihnen etwas passiert. Ebenfalls sind auch Minijobs Rentenversicherungspflichtig. Durch den geänderten Arbeitnehmeranteil ändert sich auch der Arbeitgeberanteil der Lohnnebenkosten.

Bei Minijobbern beträgt er Arbeitgeberanteil

  • Der Rentenversicherung 15%
  • Der gesetzlichen Krankenversicherung 13%
  • Umlage U1 1%
  • Umlage U2 0,30%
  • Insolvenzumlage 0,12%

(Stand 11.04.2016 Eine Tabelle mit den jeweiligen Daten findest Du auf der Website der Minijobzentrale)

Die Lohnsteuer kann individuell geregelt werde. Wenn keine Regelung getroffen wird, geht man von dem pauschalen Steuersatz von 2% aus. Der Arbeitgeber ist Steuerschuldner, kann aber die 2% vom Arbeitsentgelt des Arbeitnehmers einbehalten, so dass sie vom Arbeitnehmer getragen wird. Wenn nicht nach der Pauschale besteuert wird, entfällt die Lohnsteuer, sofern der Arbeitnehmer der Steuerklasse 1, 2, 3 oder 4 angehört und keine steuerpflichtigen Zusatzeinkommen besitzt. Bevor Du dich für Variante der Besteuerung entscheidest, solltest Du überlegen, welche der Veranlagungen für den Arbeitnehmer die bessere Alternative ist.

 


 

 

Mindestlohn

Seit Januar 2015 gilt in Deutschland der vom Gesetz vorgeschriebene Mindestlohn von 8,50€ pro Arbeitsstunde. Dies gilt auch für geringfügig Beschäftigte auf 450€ Basis.

Es gibt Gruppen die vom Mindestlohngesetz ausgeschlossen sind.

Jugendliche unter 18Jahren: Jugendliche sind laut Jugendarbeitsschutzgesetz besondere Arbeitnehmer, deswegen treten für sie besondere Regelungen in Kraft. Jugendliche sind vom Mindestlohn ausgeschlossen, damit sie einen Anreiz bekommen eine Berufsausbildung abzuschließen.

Auszubildende: Auszubildende erhalten keinen Mindestlohn. Ihre Bezahlung wird durch das  Berufsbildungsgesetz geregelt. So soll verhindert werden, dass Ausbildungsplätze weg fallen.

Praktikanten:. Pflichtpraktika und Praktika die schulrechtlich und hochschulrechtlich vorgesehen sind, sind vom Mindestlohn befreit. Sie können auch über einen längeren Zeitraum abgehalten werden. Ebenfalls befreit sind freiwillige Praktika bis zu 3 Monaten, wenn sie der beruflichen Orientierung dienen oder die Berufs- und Hochschulausbildung begleiten.

Langzeitarbeitslose: Als langzeitarbeitslos gelten potentielle Arbeitnehmer, die zuvor über ein Jahr keine Arbeit hatten. Um diese Personen möglichst schnell in ein Angestelltenverhältnis zu vermittel, gilt für sie auf eine Dauer der Probezeit von 6 Monaten der Mindestlohn nicht.

Ehrenämter und Freiwilligendienste: Da Ehrenämter und freiwillige Arbeit (wie beispielsweise die Bahnhofsmission) nicht vergolten werden, sind sie von der Mindestlohnregelung nicht betroffen. Hier steht nicht die Belohnung durch Geld sondern das Verrichten des Dienstes im Vordergrund.

Selbstständige: Selbstständige, gestalten selber die Verträge mit dem Auftraggeber. Dadurch kann die Entlohnung abweichen. Jedoch ist es für den Selbstständigen wichtig, verschiedene Auftraggeber zu haben, da ansonsten eine Scheinselbständigkeit droht.

Auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales findest Du auch noch mehr Informationen und ein Merkblatt für Unternehmer.