Unternehmensgründung

Kann ich ein Unternehmen gründen obwohl ich unter 18 bin?

Natürlich kannst Du das.

Mehr Infos dazu findest Du in unserem Bereich: Rechtliche Fragestellung

Wie komme ich an eine Unternehmensidee?

Ideen für Unternehmen findest Du recht schnell. Stell Dir vor, Du würdest mit den Tätigkeiten, die Du gerne machst (z.B. Jonglieren, Computerspielen, Klettern, Fussball) Geld verdienen.
Was könntest Du in Abhängigkeit davon machen? (z.B. bei Klettern – Einen Kletterpark aufbauen, Fussball – Ein Turnier organisieren)
Du kannst auch schauen was die derzeitigen Trends sind. Das Google Trends Tool ist sehr hilfreich hierbei. Du gibst einfach Deine Schlagworte bei Google Trends ein und kannst schauen wie oft nach diesen Gesucht wurde.
Brainstorme mit deinen Freunden. Für welche Probleme hättest Du oder ihr gerne eine Lösung?

Was gibt es schon, nur nicht in Deiner Umgebung?

Ich hab einen Blogbeitrag zu diesem Thema geschrieben, in dem Du viele nützliche Anregungen erhälst: Wie finde ich eine Geschäftsidee?

Außerdem findest Du hier noch zusätzliche Hinweise zur Entwicklung einer Unternehmensidee: Unternehmer-Wissen und Buchtipps

 

Wie viel Startkapital brauche ich?

Eine Einzelunternehmung kannst Du als Kleingewerbe ohne Startkapital gründen.
Eine Unternehmergesellschaft benötigt mehrere Gesellschafter die mindestens 1€ Einlage leisten.

Wie komme ich an Startkapital?

Neben dem eigenen Geburtstag oder Weihnachten gibt es einige Einnahmequellen für junge Unternehmer, da Du ab 13 bereits arbeiten darfst.

  • Ab 13 Jahren kannst Du maximal 2 Stunden am Tag leichte Arbeiten verrichten,  Wichtig ist, dass es Du diese Tätigkeiten nur zwischen 8:00 und 18:00 Uhr und nur mit Zustimmung eines Erziehungsberechtigten ausführen darfst. Zu diesen Tätigkeiten gehören z.B. Zeitungen austragen, Nachhilfestunden geben, Hunde Gassi führen leichte Gartenarbeit. Du kannst auch mal Deine Nachbarn fragen, ob Du ihnen für ein paar Euros unter die Arme greifen kannst.
  • Ab 15 Jahren darfst Du offiziell in den Ferien in einem Gewerbe arbeiten und das bis zu vier Wochen Vollzeit (also bis 40 Stunden in der Woche) arbeiten.  Industriebetriebe suchen meisten Schüler die gerne mal am Band stehen.
  • Ab 18 Jahren darfst Du Akkord- und Nachtarbeit annehmen und z.B. in einer Disco oder im Freizeitpark arbeiten. Jetzt kannst Du auch so Nebenjobs annehmen und beginnen Selbstständig Dein Gewerbe aufzubauen.

 

Muss ich ein Gewerbe anmelden?

Ob Du ein Gewerbe anmelden musst, hängt von Deiner Tätigkeit ab.

Mehr Infos dazu findest Du in unserem Bereich: Rechtliche Fragestellung

Kann ich das Unternehmen zusammen mit einem Freund gründen?

Ihr könnt natürlich zusammen ein Unternehmer gründen.

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) kannst Du zusammen mit Deinem Freund auch unter 18 gründen. Dafür braucht Ihr beide die Erlaubnis Eurer Eltern und des Vormundschaftsgerichts.

Eine Unternehmergesellschaft (UG) kann man auch unter 18 gründen. Bei der UG ist allerdings nur ein Geschäftsführer vorgesehen, der Rest sind dann Gesellschafter. Der Geschäftsführer der UG sollte nach Möglichkeit 18 Jahre alt sein, weil er sonst für jeden Auftrag die Unterschrift seiner Eltern benötigt.

Das kannst Du alles genauer auf  http://www.business-on.de nachlesen.

Muss ich einen Business-Plan erstellen?

Um ein Gewerbe anzumelden oder Freiberuflich tätig zu sein, musst Du generell keinen Businessplan vorlegen. Aber wenn Du Investoren anlocken oder Kredite bei der Bank beantragen willst, wollen diese von Dir einen Businessplan sehen. Ebenso ist ein Businessplan hilfreich, um eventuelle Hindernisse schon frühzeitig zu erkennen.

Ein Businessplan besteht aus einem Textteil und einen Zahlenteil.

Was bedeutet es Kleinunternehmer zu sein?

Wenn Du dein Gewerbe anmeldest, dann wird an einer Stelle im Meldeformular vom Finanzamt, danach gefragt ob Du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst. Kleinunternehmer bist Du, wenn Dein Umsatz im ersten Jahr 17.500 € und im zweiten Jahr 50.000€ nicht überschreitet. Das bedeutet, z.B. wenn Du Waren/Leistungen für insgesamt 17.501 € im ersten Jahr verkaufst oder im zweiten für 50.001 € bist Du kein Kleinunternehmer mehr.

Der Unterschied zwischen Unternehmer und Kleinunternehmer besteht darin, dass der Kleinunternehmer keine Mehrwertsteuer auf der Rechnung ausweisen und berechnen muss, und somit auch keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer braucht. Das bedeutet als Kleinunternehmer musst Du keine Umsatzsteuer an das Finanzamt zahlen, aber Du darfst auch keine Vorsteuer vom Finanzamt zurückfordern. Die Vorsteuer ist der Anteil der Umsatzsteuer (auch Mehrwertsteuer genannt), der beim Einkauf von Waren anfällt. Deine Umsatzsteuer und Deine Vorsteuer werden miteinander verrechnet. Die Differenz wird an das Finanzamt gezahlt, bzw. erhälst Du zurück, wenn Du Unternehmer bist, also auf die Kleinunternehmerregelung verzichtest.

Ein Kleinunternehmer, kann sich auch freiwillig entscheiden, ob er nicht doch die Umsatzsteuerveranlagung beziehen möchte, sprich eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Ist diese Entscheidung gefallen, hält die Umsatzsteuerveranlagung für fünf Jahre an. Starte also lieber als Kleinunternehmer, wenn Du wenig Umsatz erwartest und werde später zum Groß-Unternehmer.

Eine Ausnahme hierzu: Wenn Du hohe Investitionen hast (wenn Du große Maschinen oder sehr wertvolle Waren kaufst), solltest Du Dir überlegen vielleicht doch die Umsatzsteuerveranlagung in Betracht zu ziehen, dann kannst Du auch die Umsatzsteuer zurückerhalten.

 

Unternehmensführung

Muss ich eine Buchhaltung führen?

Ja, Du musst entweder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder eine Bilanz erstellen.

Mehr Infos dazu findest Du in unserem Bereich: Rechtliche Fragestellung

Wie kalkuliere ich meine Preise richtig?

Generell gilt, dass Deine Leistung den Preis wert ist und zumindest alle Deine Kosten deckt.
Du kannst verschiedene Kalkulationsmodelle anwenden.

Oder geh mal so ran:
Du hast einen Mindestlohn von 8,50€ pro Stunde. Wenn Du quasi 8,50€ pro Arbeitsstunde bekommst, berechne und schätze die Arbeitszeit und verlange mindestens anteilig 8,50€ bis 10€ pro Stunde. Als Unternehmer trägst Du immer auch ein Risiko. Dieses Risiko sollte sich auch für Dich bezahlt machen. Darüber hinaus möchtest Du auch Gewinne machen.

Letztendlich entscheidet der Markt darüber, ob ein bestimmter Preis gerechtfertigt ist. 

Was kann ich tun wenn Kunden nicht zahlen?

Wenn Du minderjährig bist solltest Du verdammt aufpassen, dass Du Dir die Zustimmung (Unterschrift) Deiner Kunden holst, um nachzuweisen, dass sie eine vertragliche Verpflichtung mit Dir eingegangen sind. Nur mit einem solchen Nachweis ist es möglich einen nicht zahlenden Kunden abzumahnen.

Zuerst solltest Du ein persönliches Gespräch mit dem Kunden suchen, denn es kann einfach mal sein, dass der Kunde schlichtweg vergessen hat zu zahlen. Wenn dieses scheitert, kannst Du immer noch den offiziellen Weg gehen, sie abmahnen und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten.

 

Steuern und Sozialabgaben

Was sind Steuern?

In Deutschland und auch allen anderen Ländern, werden Steuern auf viele Dinge und Leistungen erhoben. Wenn man Steuern zahlt geht das Geld an den Staat, also sind Steuern die Einnahmen des Staates. Mit diesen Einnahmen bezahlt der Staat die Gehälter von Beamten und Politikern, aber auch Firmen, die die Infrastruktur instand halten, damit wir auf guten Straßen fahren und Strom beziehen können. Das ganze staatliche Bildungssystem und die öffentlichen Behörden werden ebenfalls von Steuern bezahlt. Der Staat verteilt also das Geld um, und wir bekommen ein Teil des gezahlten Geldes in Leistung wieder.

Was sind Sozialabgaben?

In Deutschland leben wir in einem Sozialstaat. Das bedeutet, dass alle Erwerbstätigen für Erwerbslose aufkommen. Dazu zählen nicht nur Arbeitslosengeldempfänger sonder auch Rentner und Kinder. Jeder Arbeitnehmer zahlt also von seinem Lohn in verschiedene Kassen und Versicherungen ein. Wenn dieser dann krank wird oder in Rente geht, erhält er aus diesen Kassen und Versicherung Geld. Somit ist er abgesichert. Die Beiträge für diese Krankenkassen und Versicherungen werden vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Anteilen getragen. Diese Beiträge werden auch Lohnnebenkosten genannt. Mehr dazu findest Du unter rechtliche Fragestellungen. Künstler zahlen in die Künstlersozialkasse ein.

Selbstständige und Unternehmer zahlen keine Beiträge ein und sind deshalb nicht versichert, wenn sie krank werden oder arbeitslos. Als Unternehmer solltet ihr euch also privat versichern und immer daran denken etwas für Notfälle und das Alter zurück zu legen – auch wenn das vielleicht noch weit weg erscheint.

 

Wo liegt der Unterschied zwischen Steuern und Sozialabgaben?

Der Unterschied zwischen Steuern und Sozialabgaben ist, dass Steuern auf Werte und Gegenstände anfallen (z.B. die Mehrwertsteuer auf Waren) und die Sozialabgaben auf Personen (z.B. Rentenversicherungsbeitrag). Steuern kann man in Teilen zurückerhalten. Die Sozialversichrungsbeiträge nicht, weil sie dafür benutzt werden, z.B. Erwerbslosigkeit (Arbeitslosenversicherung) oder die Rente (Rentenversicherung) abzusichern.

Die Sozialabgaben werden zum einen Teil vom Arbeitgeber und zum anderen Teil vom Arbeitnehmer getragen. Eine Übersicht welche Sozialabgaben es gibt und was Du als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer zahlen musst, findest Du hier: http://www.lohn-info.de/sozialversicherungsbeitraege2016.html

Was ist der Einkommenssteuerfreibetrag?

In Deutschland wird das Einkommen versteuert und die Abgabe dieser Steuer ist Pflicht. Also all das Geld, was Du Dir erarbeitest wird versteuert. ABER es gibt den Steuerfreibetrag. Der Steuerfreibetrag gibt die Mindestgrenze des Einkommens an, ab der Du erst die Einkommenssteuer zahlen musst. Ist Dein Einkommen höher als der Freibetrag, dann wird nur alles was über den Freibetrag hinausgeht versteuert. Somit sind Geringverdiener vor Steuerbelastung geschützt. Der Steuerfreibetrag ändert sich jährlich. Im Jahr 2015 betrug er 8472,- €. Im Jahr 2016 ist er 8652,- €/Jahr, das entspricht 721 € im Monat. Schau also immer nach, wie groß der Freibetrag ist, so kannst Du Steuern sparen.

Einen Steuerfreibetrag gibt es auch für Gewerbetreibende wie Einzelunternehmer und Personengesellschaften. Das nennt sich dann Gewerbesteuerfreibetrag. Hier werden die Einnahmen des Gewerbes (wie bei dem normalen personengebunden Steuerfreibetrag) erst ab einer gewissen Größe besteuert. Im Jahr 2016 ist es ein Betrag von 24.500,- €/Jahr. Achtung: Dieser Betrag gilt nicht für Freiberufler und Kapitalgesellschaften!

 

Ein Tipp für Dich: Wenn Du Fragen zum Thema Steuererklärung und anderen steuerlichen Angelegenheiten hast, musst Du nicht sofort zum Steuerberater gehen. In den Beratungszentren vieler Finanzämter kannst Du Fragen stellen. Jedoch spricht im Zweifelsfall nichts gegen einen Steuerberater oder einen Mentor, der sich auskennt.

Was sind Steuerklassen?

Jeder Arbeitnehmer, der mehr als 450€ im Monat verdient, wird einer Steuerklasse zugeordnet, um den Anteil an Lohnsteuer zu berechnen, die er zu zahlen hat. Lohnsteuer zahlt der Arbeitnehmer von seinem Bruttolohn. Die Lohnsteuer wird von dem Arbeitgeber einbehalten und an das örtliche Finanzamt überwiesen. Jede Steuerklasse hat andere Freibeträge, die mit dem Einkommen des Arbeitnehmers verrechnet werden, dadurch hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit durch seine Steuererklärung Teile der gezahlten Steuern zurück zu erhalten.

Die Steuerklassen sind wie folgend einzuteilen.

Steuerklasse 1: Die erste Klasse gilt für alle Einzelpersonen, also Ledige (Singles), Geschiedene, getrennt Lebende und verwitwete Arbeitnehmer.

Steuerklasse 2: Alle Alleinerziehenden, deren Kind dauerhaft im Haushalt lebt. Die Steuerklasse 2 gilt nur, wenn der/die Erziehende auch Empfänger des Kindergeldes ist.

Steuerklasse 3: Wenn die Partner einer Ehe ungleich verdienen, kann der eine die Steuerklasse 3 wählen und somit weniger Steuern als in Klasse 4 zahlen. Der weniger verdienende Partner verpflichtet sich dadurch der Steuerklasse 5. Somit kann der Mehrverdiener mehr Nettoeinkommen in den Haushalt bringen.

Steuerklasse 4: Diese Steuerklasse gilt für alle verheirateten Paare, die in etwa das gleiche Einkommen besitzen. Verdient ein Partner deutlich mehr so ist für die Ehe eine Kombination aus Steuerklasse 3 und 5 zu wählen. Eine Kombination aus 3 und 4 ist nicht möglich.

Steuerklasse 5: Diese Klasse wird nur genutzt, wenn ein Partner einer Ehe die Steuerklasse 3 wählt. Der geringerverdienende Ehepartner kann dann Klasse 5 wählen, zahlt damit zwar mehr, aber in Kombination mit Klasse 3 für den Höherverdienenden ist die Steuerlast insgesamt geringer und es steht dem Haushalt in Summe mehr Einkommen zur Verfügung.

Steuerklasse 6: Diese Steuerklasse wird immer dann genommen, wenn es bei der Arbeit des Arbeitnehmers um einen Nebenberuf handelt. Ein Maurer, der abends als Kellner arbeitet erhält auf seinen Zweitjob die Steuerklasse 6.

Auf steuerklassen.com findest Du eine Infografik und viele nützliche Hinweise.

Viele Arbeitnehmer kennen auch ihre Steuerklasse.

Steuerklassen sind für Unternehmer eher nebensächlich, da sie sich nur auf die Steuererklärung des Arbeitnehmers auswirken.